Pixel-Postkarten von Stube Umlauts

25 Motive zum Selbstdrucken – frei lizenziert

Handgezeichnetes Logo: zwei PortrĂ€tköpfe – einer mit schwarzem Pony, einer mit Brille – und der Schriftzug „Stube Umlauts“ auf Creme
GrĂŒne Pixel-Raupe neben einem kleinen Kuchen mit Kirsche, dazu „Ich bin so satt, ich mag kein Bla
“ und „Oh, Kuchen!“
Gelbe Pixel-Kreatur mit roten Wangen und schwarzen Ohrspitzen, eingerahmt vom Text „Du bist“ und „super effektiv!“
Postkarte mit einem langgestreckten Pixel-Hund neben einem braunen HĂ€ufchen, darunter der Schriftzug „OK WAU“
Karte mit „Alles Gute nachtrĂ€glich!“ und einem Pixel-Frosch sowie „Sorry, war im Teich.“
Sitzende orangefarbene Pixel-Katze, darunter der Schriftzug „CIAO MIAU“
Oben ein Pixel-Schneemann („Schneemann“), darunter dieselben Pixel ordentlich sortiert („Schneemann, aufgerĂ€umt“)
Roter Pixel-Krebs blickt einem davonschwebenden roten Luftballon nach, darunter der Schriftzug „Oh Crab“
BlaugrĂŒner, wĂŒrfelförmiger Pixel-Elefant, darunter buntes Konfetti und der Handschrift-Schriftzug „elefantastisch“
Pixelfigur mit roter MĂŒtze, Schnauzbart und blauer Latzhose, darunter der Schriftzug „THAT’S-A SO NICE!“
Kleines Pixel-Schwein mit dem Wort „GUTSCHWEIN“

In PapierwarenlĂ€den und Pop-up-Stores bleibe ich gern vor PostkartenstĂ€ndern stehen und stöbere. Drehe die ein oder andere Karte in meiner Hand; ĂŒberfliege Motive und SprĂŒche. Manche Wortwitze und Redewendungen holen mich ab, andere sind mir zu platt. Oft werde ich fĂŒr meinen „Anwendungsfall“ nicht fĂŒndig oder finde einfach nichts, was zu mir passt. Was, wenn hier meine Karten lĂ€gen? Welcher Stil wĂ€re der meine? Welchen Humor wĂŒrde ich einbringen? Irgendwann packte mich Ehrgeiz – ich wollte auch Postkarten verkaufen.

Mir schwebte ein Stil vor, den ich kaum reprĂ€sentiert finde: Pixelgrafiken. Eine Figur, ein Tier, eine popkulturelle Anspielung – heruntergebrochen auf eine Handvoll Quadrate im Raster. Den Rest ergĂ€nzt das Gehirn ganz von allein: Es schließt die Bögen, fĂŒllt die LĂŒcken und erkennt. Das Bild wird quasi erst im Kopf des Betrachters fertig.

Ende 2023 lag ich eine Woche lang krank im Bett. Mir war ausgesprochen langweilig, selbst Serienschauen wurde öde. Als mir das Bett zu eintönig wurde, setzte ich mich bei erhöhter Temperatur an den KĂŒchentisch. Dort kam alles zusammen: Ich öffnete Figma, legte mir eine ZeichenflĂ€che mit Raster an und setzte Quadrate im Vektorraster; Pixel quasi. Unter dieser kreativen Ablenkung entstanden am Ende der Woche die ersten zehn Motive.

Die Raupe will satt werden

Nicht jede Form kann von Pixeln getragen werden. Eine Katze, ein Hund, ein Krebs schon – mit einer Handvoll Quadraten lassen sie sich stimmig abbilden. Die Raupe Nimmersatt dagegen ist rund, durch und durch. Im Raster bekam ich ihre unverkennbare Rundung einfach nicht gezeichnet, egal, wie ich die Pixel schob.

Als ich genesen war und meiner Partnerin Julia die EntwĂŒrfe zeigte, fragte ich sie bei meinem „Raupenproblem“ um Rat. Ihr kam eine Idee. Sie zeichnete zwei FĂŒhler und ein Auge dazu, quer ĂŒber meine Quadrate. Auf einmal bekam das Motiv einen Charakter, den ich ihm allein nicht geben konnte. Ich wĂŒnschte mir ohnehin schon lĂ€nger, gemeinsam mit ihr an einem Projekt kreativ zu sein – von da an nahm es seinen Lauf. Wir tauften es: Stube Umlauts.

Der Name war das Banalste am gesamten Projekt und brauchte trotzdem am lĂ€ngsten. „Studio“ fiel schnell raus, da sich so jeder zweite digitale oder analoge Arbeitsraum nennt. Wir wollten etwas Witziges mit Altdeutschem verbinden. Etwas, das kaum noch jemand sagt – und eine Stube ist einfach die gemĂŒtlichere, wĂ€rmere Variante von Studio.

In einer der Serien, die ich in meiner Krankheitsphase schaute, fiel das Wort „Umlauts“. Die deutsche Mehrzahl ist „Umlaute“; im Englischen hĂ€ngt man einfach ein s an. Klingt falsch, und ist genau deshalb richtig.

Vom digitalen Entwurf zum physischen Papierprodukt

In Figma ließen sich wunderbar EntwĂŒrfe zusammenschieben. Es rechnet allerdings im RGB-Farbraum und ist primĂ€r fĂŒr digitale Assets konzipiert. Eine Druckerei rechnet in CMYK, den vier Farben, die als Schicht auf Papier liegen. Beim Übersetzen der Farben aus dem einen in den anderen Farbraum gehen ausgerechnet die leuchtenden Töne verloren. Also habe ich die Karten in Illustrator noch einmal neu angelegt, mit ein paar Millimetern Rand zum Wegschneiden. Aber auf welches Papier wollten wir eigentlich drucken?

Auf keinen Fall Reinweiß. Die Postkarten selbst sollten sich nicht nur visuell, sondern auch haptisch abheben. Nach einigem Suchen landeten wir bei Munken Pure Rough, 300 Gramm – ein cremiger, leicht rauer Bogen. Eine Onlinedruckerei hĂ€tte uns das auch angeboten; es sollte jedoch ein lokales Produkt sein. Also entschieden wir uns fĂŒr Gutenberg Verlag und Druckerei in Leipzig. Ein paar Tage spĂ€ter lag ein Stapel Probedrucke der zehn Motive auf dem KĂŒchentisch.

Einfach mal in LĂ€den fragen

Es gibt eine Handvoll LĂ€den in Leipzig, in die wir uns gern flĂŒchten. In eben jene sind wir dann ein paar Wochen spĂ€ter hineinspaziert, mit einem Stapel Postkarten in der Tasche. Am Tresen fragten wir in etwa Folgendes: „Hallo, wir sind Julia und Johann, wir haben hier tolle Postkarten. HĂ€ttet ihr Lust, die zu verkaufen?“ Einen Businessplan hatten wir nicht. Unser Ziel war, die Postkarten irgendwann in den StĂ€ndern der LieblingslĂ€den zu sehen. Und im Tschau TschĂŒssi, im Vielfach und im Weikert Studio bewahrheitete sich das tatsĂ€chlich!

Das Ja bedeutete aber auch, den rechtlichen Rahmen fĂŒr Abrechnung und Rechnungen zu schaffen. So grĂŒndeten wir 2024 die Stube Umlauts GbR.

Weikert Studio Leipzig

Holzregal mit mehreren Grußkarten an einer rustikalen Holzwand; Regale und Werkstattbereich im Hintergrund.
Unsere Postkarten im Weikert Studio Leipzig.

Das Weikert Studio ist eigentlich gar kein Laden fĂŒr Postkarten. Stephan Weikert fĂŒhrt ausgewĂ€hlte Mode, DĂŒfte und Manufakturwaren, sorgfĂ€ltig kuratiert. WĂŒrden unsere Pixelkarten neben Leder, Merinowolle und gedeckten Farben ĂŒberhaupt stilistisch passen?

Zu meiner Überraschung gefiel Stephan die Ästhetik sofort. Prompt machte er uns ein Angebot und kaufte uns ein paar Dutzend StĂŒck verschiedener Motive ab. Als sie dann bei ihm prominent im Eingangsbereich standen, waren sie genau das, was dem Laden vielleicht fehlte – ein Farbklecks zwischen erdigen Tönen.

FrĂŒhjahrsausstellung im feingemacht Halle

Person in brauner Jacke richtet einen weißen Drehständer mit Pixel-Postkarten her; dahinter Kunstdrucke und Keramik im Ladenraum.
Aufbau unseres PostkartenstĂ€nders fĂŒr die FrĂŒhjahrsausstellung 2025.

Ein anderer Weg war weniger spontan. Das feingemacht in Halle an der Saale ist ein Laden und CafĂ© fĂŒr Kunst und Design. HalbjĂ€hrlich werden Aussteller gesucht und ausgewĂ€hlt, um die FlĂ€che zu fĂŒllen. Wir schickten Ende 2024 eine Bewerbung los und wurden kurze Zeit spĂ€ter angenommen. Von Februar bis Juni 2025 stand unser kleiner StĂ€nder dort zwischen Keramik, Drucken und Schmuck.

Vom Nachdrucken, Packen und Innehalten

So lief das dann ungefĂ€hr zwei Jahre. Über die Zeit kamen neue Buchhandlungen hinzu, auch außerhalb Leipzigs; irgendwann standen Karten in Stuttgart und MĂŒnchen. Eine Weile hatten wir sogar einen Etsy-Shop, ĂŒber den wir ein paar Karten verkauften.

Die Karte, die sich in all der Zeit mit Abstand am besten verkaufte, war ausgerechnet die Raupe. „Ich bin so satt, ich mag kein Bla
 Oh, Kuchen!“ – die, die ich allein nicht hinbekommen hatte und mit der alles begann.

Was wir unterschĂ€tzten, war der organisatorische Aufwand. Karten gehen aus, also nachdrucken. Nachgedruckte Karten mĂŒssen in die LĂ€den, also packen, vorbeibringen oder verschicken. Neben zwei Hauptberufen blieb oft Arbeit bis zum Wochenende liegen. Beim Etsy-Shop war es am deutlichsten – jede Handvoll Karten erforderte den Weg zur Post.

Die Stube Umlauts bekannter zu machen, hĂ€tte geheißen: Werbung, Werbung, Werbung. Anzeigen auf Instagram wĂ€ren der nĂ€chste logische Schritt gewesen; dazu Sticker, NotizbĂŒcher, mehr Produkte, mehr Kontakte. An diesem Punkt entschieden wir uns dagegen – so sehr uns das Projekt auch am Herzen lag, wir wollten unsere Abende und Wochenenden nicht dafĂŒr hergeben.

Das war okay so. Ums Geldverdienen ging es dabei nie. Am Anfang stand dieser einfache, vielleicht trotzige Gedanke: Wenn andere Postkarten verkaufen können, die mir nicht gefallen, dann kann ich das auch. Wir haben es geschafft, unsere Produkte in LÀden stehen zu sehen. Ziel erreicht.

Alles wird frei

Anfang 2026 haben wir entschieden, den Druck und Verkauf einzustellen. Die Designs in einer Schublade verschwinden zu lassen, wĂ€re zu schade. Also gebe ich 25 Motive frei – herunterladen, drucken, verschenken, verkaufen. Unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0, das heißt im Wesentlichen: mach damit, was du willst, nenn nur meinen Namen dazu – Johann Schopplich.

Die Druckvorlagen liegen als PDF bereit, wahlweise mit 3 mm Anschnitt oder mit Schnittmarken. Schick sie an eine Onlinedruckerei oder, schöner, an eine um die Ecke. Falls du bei der Papierwahl unsicher bist – so haben wir unsere drucken lassen:

  • Format: DIN A6 (10,5 × 14,8 cm)
  • Papier: 300 g/mÂČ Munken Pure Rough (oder vergleichbar)
  • Farbigkeit: 4/4-farbig, beidseitig, Digitaldruck

Wenn du die Karten druckst, freue ich mich, davon zu hören. Und wenn du sie in einem Laden verkaufst – umso schöner.