Event-Fotografie (2025)
Ich arbeite als Senior Software-Engineer bei Finanzfluss. Gleichzeitig bin ich auch inoffizieller Event-Fotograf der Firma. Auf den ersten Blick haben Programmieren und Fotografieren wenig gemeinsam. Das eine ist abstrakt, das andere visuell. Doch beide erfordern Geduld und ein Auge fürs Detail. In beiden Fällen geht es darum, Komplexität zu reduzieren – auf das Wesentliche.
Firmenentwicklung festhalten und verewigen
Meine Leidenschaft fürs Fotografieren basiert auf drei Säulen.
- Zum einen bereitet mir der technische Aspekt Freude: digitales Knipsen mit meinem Lieblingsobjektiv Voigtländer 35mm/1:2,0 APO Lanthar. Es besitzt keinen Autofokus. Was nach Einschränkung klingt, empfinde ich als einen willkommenen Gegenpol in einer zunehmend automatisierten Welt. Jedes Bild erfordert eine bewusste Entscheidung für den Schärfepunkt.
- Zum anderen fördert und fordert mich der innere Antrieb, ästhetische Bilder zu komponieren.
- Vor allem aber erfüllt mich das Verewigen von Momenten, wodurch ich gleichzeitig Anker für Erinnerungen schaffen kann.
Während du diesen Text liest, könntest du dir eine Minute Zeit nehmen und mit deinem Smartphone von deiner aktuellen Umgebung einen Schnappschuss machen. Das erscheint dir jetzt vielleicht banal oder inhaltslos. Der Augenblick ist frisch – gerade bist du im Hier und Jetzt. Doch mit der Zeit würde auch der historische Wert dieses Fotos wachsen. Wenn du es in ein paar Jahren betrachtest, wirst du dich vielleicht auch an diesen Artikel erinnern.
Für mich sind Fotos Zeitkapseln für Erlebnisse und Anker für die darin empfundenen Gefühle oder Gedanken.
Das fotografische Firmenarchiv (oder der Traum davon)
Als ich 2022 bei Finanzfluss anfing, war es mir vor allem wichtig, meinen Platz im Team zu finden. Im Laufe der Zeit, mit neuen Projekten und geteilten Erfahrungen, wurden die Verbindungen zu Kolleginnen und Kollegen vertrauter und freundschaftlicher. Ich erlebte meine erste Weihnachtsfeier, dann mein erstes Team-Event in der Firma. Außer privaten Schnappschüssen der Mitarbeitenden gab es keinen zentralisierten Ansatz, die Ereignisse zu dokumentieren.
Daraus entwickelte sich allmählich der Wunsch, den Alltag im Büro und die Team-Events einzufangen und festzuhalten. Wer weiß, wohin Thomas, Arno und das gesamte Team die Firma in den kommenden Jahren bringen wird. Wie schön wäre es, auf ein kleines Archiv interner Fotos zurückblicken zu können?
Zwei Dinge hemmten mich noch daran, diesen Wunsch umzusetzen: Zum einen das potenziell fehlende Vertrauen in den Prozess – plötzlich würde da jemand mit der Kamera herumlaufen – und zum anderen die Erwartungshaltung, die andere an mich haben könnten, sobald ich mit dem Knipsen beginne. Beim anstehenden Sommer-Event 2024 fühlte ich mich jedoch sicher genug, um mich diesen Hürden zu stellen.
Der Sprung in die Spree
Mein Ansatz war Offenheit, denn durch Transparenz wächst Vertrauen. Daher betonte ich im Vorfeld, dass alle Fotos ausschließlich intern bleiben, bis jeder Einzelne bzw. bei Gruppenbildern alle Abgebildeten entscheiden, diese zu veröffentlichen. Denn die besten Aufnahmen entstehen gerade dann, wenn alle Kollegen vergessen, dass die Kamera überhaupt da ist.
Wir schipperten also im Sommer 2024 mit ein paar Floßen über die Spree. Das begleitende Fotografieren war für manche erst einmal ungewohnt. Darin lag aber auch die Schönheit des Anfangens: Mit jeder Stunde wurde es selbstverständlicher. Spätestens als wir die Floße in einem Seitenarm der Spree verankerten, um ins Wasser zu springen, waren alle entspannt und die Fotos authentisch.
Es war genau der richtige Rahmen, um mich kreativ zu entfalten und mich der Aufgabe zu stellen, die mir am Herzen lag.
Teamausflug ins Königreich Marokko
Mit dem gesammelten Vertrauen des Teams in mich und mein fotografisches Können bat Thomas mich, unsere erste gemeinsame Firmenreise zu begleiten. Das Highlight meines Hobby-Jobs bisher, keine Frage!
Für eine ganze Woche flogen wir im Jahr 2025 nach Marrakesch und verbrachten eine intensive Zeit zwischen Entspannung, aktionsreichen Ausflügen und vor allem produktiven Fokuszeiten in kleineren Gruppen. Von Gesprächen über Ausflüge bis hin zu Meetings war es für mich ein inneres Feuerwerk, die Atmosphäre einzufangen.
In dieser einen Woche habe ich Fotos geknipst, die heute, ein Jahr später, im Team zum Schwelgen einladen. Sie sind quasi Teil unserer kollektiven Erinnerung geworden. Firmen bestehen aus mehr als Produkten und Prozessen, nämlich aus Menschen, Beziehungen und geteilten Momenten. Diese Ebene sichtbar zu machen, fühlt sich gut an.
Ausblick auf 2026
Mit Finanzfluss habe ich einen Arbeitgeber gefunden, bei dem ich mein Hobby in den Alltag einbringen kann. Die Weihnachtsfeier 2025 war mein letzter selbst gewählter Auftrag – und ich freue mich auf alle weiteren Veranstaltungen in den kommenden Jahren.